Dass die Springerpresse als inoffizielles Zentralorgan der CDU/CSU ein Interesse daran hat, die SPD von einer politischen Umsetzung der Mehrheiten jenseits der Union abzuhalten, ist leicht nachvollziehbar. Schließlich sorgt die Spingerpresse so dafür, dass die Politik der CDU/CSU gegen den Willen der Mehrheit der Wähler durchgesetzt wird. Die peinliche Abstimmung, bei der die SPD im Bundestag gegen ihre eigenen Forderungen zu Mindestlöhnen gestimmt hat, spricht da Bände.
Die drei SPD-Bundestagsabgeordneten Niels Annen, Frank Schwabe, Christine Lamprecht und die Geschäftsführerin der sozialdemokratischen “Denkfabrik”, Angela Marquardt, haben durch ein informelles Treffen mit Vertretern der Linkspartei, namentlich Stefan Liebich, Halina Wawzyniak, Jan Korte und Barbara Höll, bei dem sie über das Thema Grundeinkommen gesprochen haben, gezeigt, dass es auch in der SPD noch Politiker gibt, die sich dem Befehl der Springerpresse nach Ausgrenzung der Linkspartei verweigern. Richtig so.
Prompt geht ein Geschrei zur Diffamierung dieser SPD-Politiker durch die Springerpresse und die transatlantischen Hilfstruppen der Springerpresse in der SPD, namentlich der Sprecher vom Seeheimer Kreis Klaas Hübner, fordert gar ein Kontaktverbot zur Linkspartei. Sowas lächerliches habe ich selten gehört. Springerpresse und CDU sind politische Gegner der SPD. Warum sollten sich Politiker der SPD von Springerpresse und CDU vorschreiben lassen, dass sie mit ihrem Koalitionspartner auf Länderebene nicht auch auf Bundesebene reden? Die Fesselung der SPD auf eine Koalition mit CDU/CSU liegt ausschließlich im Interesse der CDU. Genosse Klaas, wo Du schon so konsequent die Interessen der CDU vertrittst, warum wirst Du dann nicht Mitglied der CDU? Geh doch rüber! In meinem Namen sprichst Du jedenfalls nicht. Ich bin für die Zusammenarbeit mit der Linkspartei.
Und. Kurt Beck, wenn Du schimpfst, anonyme Kritik an der Parteifürhung interessiert Dich nicht, bitte schön, hier stehe ich. Ich will weder Dich, Kurt, noch Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidat der SPD. Wer sich von der Springerpresse einschüchtern lässt und sich die Durchsetzung eigener politischen Ziele mit Hilfe von Koalitionsverbotsversprechen nehmen lässt, der braucht zur Wahl erst gar nicht antreten.
Kurt, willst Du wissen, was die Basis will? Bitte schön, ich bin eine Stimme an der SPD-Basis.
Ich will, dass die deutschen Soldaten aus Afghanistan sofort abgezogen werden. Ich will nicht, dass Deutschland sich an diesem verlogenen Krieg irgendwie beteiligt.
Ich will, dass Deutschland sich von den USA, die einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen den Irak führt und selbst in Europa nicht mal vor Verbrechen wie Entführungen zurückschreckt, viel deutlicher als bisher distanziert. Ich will nicht, dass Deutschland sich mit der Verbrecherbande, die die USA regiert und einen Krieg nach dem anderen vom Zaun bricht, irgendwie gemein macht.
Ich will Demokratie in Europa und dass es über die mit dem Vertrag von Lissabon durch die Hintertür eingeführte EU-Verfassung auch in Deutschland eine Volksabstimmung gibt.
Und ich will, dass die SPD zur Verwirklichung unserer Politik auch mit der Linkspartei zusammenarbeitet. Unser ehemaliger Parteivorsitzende Oskar Lafontaine ist mir allemal näher als es diejenigen, die Bothas Freund Franz Josef Strauß und Bimbeskanzler Helmut Kohl auch heute noch in Ehren halten, je sein werden.
Kurt, sag nicht, ich stehe allein mit meiner Meinung. Was meinst Du wohl, warum die SPD gerade in Umfragen gerade mal noch auf 20% kommt. Die SPD beschließt ein prima Programm und unsere Abgeordneten heben dann, nach ein bisschen Druck der Springerpresse, im Bundestag die Hand für die asoziale Politik von CDU. Was meinst Du, wie viele Leute diese Farce genauso Leid sind wie ich sie att habe? Wer sich die SPD-Politik von der Bild-zeitung vorschreiben lässt und die Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausschließt, den will ich nicht an der Spitze der SPD.
Kurt, wenn Du willst, dass die CDU sich weiterhin mit ihrer Politik durchsetzt, dann geh doch rüber und werde Mitglied der CDU. Das ist allemal ehrlicher, als die SPD par Ordre de Mufti zu einer Hilfstruppe der CDU zu machen. Und nimm die Transatlantiker vom Seeheimer Kreis gleich mit zur CDU. Geht doch rüber!
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